Infoabend Wirtschaft

Berufebörse an der Humboldt-Realschule: 30 Unternehmen und Schulen gaben praxisnahe Einblicke


Eppelheim. (sg) Die Männer und Frauen in Uniform waren bei der Berufebörse der Humboldt-Realschule gefragt: Die Stände der Polizei Baden-Württemberg und der Karriereberatung der Bundeswehr waren von Schülerinnen und Schülern förmlich umlagert. Wer Bundeswehr höre, denke meist an Soldaten in Uniform. Doch es gebe auch viele Möglichkeiten im zivilen Bereich eine Berufsausbildung zu absolvieren, wurde den Schülern erklärt. Lieber Karriere als Soldat oder einen Schreibtischjob bei der Bundeswehr? Das kann jeder für sich entscheiden. Oberkommissarin Bianca Erbs und ihre Kollegin Kristin Krön waren als hauptamtliche Einstellungsberaterinnen des Polizeipräsidiums Mannheim ebenfalls gefragt - vor allem bei Mädchen. „Der Frauenanteil bei der Polizei steigt“, informierten sie. Mittlerweile liege er bei erfreulichen 40 Prozent. Mit einem Realschulabschluss könne man eine Ausbildung im mittleren Polizeivollzugsdienst anstreben und Polizeiobermeisterin werden oder nach absolvierter Fachhochschulreife und einem Bachelorstudium auch eine Laufbahn im „Gehobenen Dienst“ beginnen, um als Polizei- oder Kriminalkommissarin Verantwortung zu tragen. Auch die Stadtverwaltung Eppelheim war bei der Berufebörse vertreten und hatte Ausbildungen im Verwaltungsbereich und in den Kindergärten zu bieten. Die beiden in Eppelheim ansässigen Großunternehmen Capri Sun und ADM Wild warben recht schmackhaft für eine Ausbildung in ihren jeweiligen Unternehmen: „Du interessierst Dich für guten Geschmack? Dein Start in das Berufsleben könnte erfrischender nicht sein!“, heißt es in der Unternehmensinfo von ADM. Denn ob leckeres Wassereis, Erfrischungsgetränk oder Energy Drink: Für viele Produkte, die in den Regalen der Supermärkte zu finden sind, werden in Eppelheim die Grundstoffe hergestellt. Damit auch Capri Sun produziert werden kann und ihren Weg in die Trinkbeutel findet, braucht das von Inhaber Dr. Hans-Peter Wild geführte Unternehmen Fachkräfte für Lebensmitteltechnik, Fachkräfte für Lagerlogistik, Mechatroniker und Industriekaufleute. Beide Unternehmen werben mit attraktiver Vergütung und weiteren Angeboten um Nachwuchskräfte. „Man kann alles lernen!“ Mit dieser Aussage nahmen Jasmin Münch und ihre Kollegin Mara Wallich den Schülerinnen, die sich am Stand des Friseurunternehmens Schedwill Schönheitspflege versammelt hatten, die Angst vor den Herausforderungen des Friseurberufs. „Wenn man mit Freude dabei ist und sich Mühe gibt, kann man in dem Beruf viel erreichen“, wussten sie aus eigener Erfahrung. Ein vielseitiges Aufgabengebiet warte auf die jungen Talente, erklärten sie. Und wer gerne mit Menschen zu tun habe, bringe schon ein wichtiges Talent mit. Jasmin und Mara rieten den interessierten Jugendlichen zu einem mehrtägigen Praktikum oder einem „Schnuppertag“, um Einblicke in die Praxis nehmen zu können und zu sehen, ob der Friseurberuf einem Spaß machen würde.

An 30 Ständen konnten sich die Realschüler über verschiedene Praktika- und Ausbildungsmöglichkeiten informieren. Etliche Unternehmen hatten Auszubildende dabei, die den Jungs und Mädchen „auf Augenhöhe“ erläutern konnten, was bei der betrieblichen und schulischen Ausbildung verlangt wird. Nach zweijähriger Corona-Pause konnte die Veranstaltung wieder in Präsenz stattfinden. Darüber waren Schulleiter Michael Mercatoris und die für die berufliche Orientierung der Schüler verantwortliche Fachleiterin Stefanie Klopatowski sichtlich froh. „Präsenzveranstaltungen haben den großen Vorteil für die Schüler, dass sie die Betriebe live erleben und mit Firmenvertretern oder Auszubildenden direkt vor Ort ins Gespräch kommen können.“ Ein großer Mehrwert für alle Beteiligten sei auch, dass die Berufebörse der Realschule abends stattfinde und die Schüler zusammen mit ihren Eltern die Veranstaltung besuchen können. „Für alle, die noch nicht wissen, was sie später mal machen wollen, ist die Berufebörse ganz gut“, fand Malia aus der 9b. Die 14-Jährige, die sich zur Kauffrau für Büromanagement ausbilden lassen möchte, ist bei der Berufebörse fündig geworden. Lea aus der 9c hat sich über die verschiedenen weiterführenden Schulen und Fachhochschulen informiert. Denn sie möchte später ein Lehramtsstudium beginnen. Ihr Klassenkamerad Umut-Can schwankt indessen, ob er lieber eine Ausbildung zum Mechatroniker absolvieren will, weil er technisch interessiert ist, oder nach der mittleren Reife ein Wirtschaftsgymnasium besuchen soll, weil ihm auch ein Studium im Bereich Personalmanagement gefallen würde. Mit den Angeboten der Berufebörse war er zufrieden: „Der Abend hat mir ein paar neue Erkenntnisse gebracht.“